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Verena Eckstein's Blog

Ist „Clean Skincare“ Greenwashing?

30.01.2026 Von Verena Eckstein
Ist „Clean Skincare“ Greenwashing?

Es gibt vieles, was man an der Clean-Skincare-Bewegung schätzen kann. Sie hat unser Bewusstsein für Inhaltsstoffe geschärft, wichtige Diskussionen über Produktsicherheit angestoßen und uns daran erinnert, dass Schönheit und Gesundheit sehr eng miteinander verbunden sind.


Doch mit diesem Fortschritt kam auch eine Menge Verwirrung. Um sicherer, grüner oder „natürlicher“ zu wirken, greifen manche Marken zunehmend zu Greenwashing. Dabei handelt es sich um eine Marketingstrategie, die Produkte umweltfreundlicher oder gesundheitsbewusster erscheinen lässt, als sie es tatsächlich sind.

Die gute Nachricht: Wir leben in einer Zeit, in der Verbraucher Zugang zu mehr Informationen haben als je zuvor. Und als verantwortungsbewusste Hautpflege-Expertin möchte ich dir Orientierung bieten, damit du über die bloßen Marketingbegriffe hinausblicken und fundierte Entscheidungen zu deiner Hautpflege treffen kannst.

In diesem Beitrag nehme jch das „Clean“-Label genauer unter die Lupe und zeige, wie manche Marken mit wohlklingenden Schlagworten tricksen, die am Ende kaum Substanz haben. Denn wenn es um deine Haut geht, zählt Transparenz.

Das Problem mit dem Begriff „Clean“

Das Wort „clean“ klingt beruhigend – wie das Versprechen von etwas Reinem, Sanftem und Sicherem. Doch in der Welt der Hautpflege ist es kein geschützter oder regulierter Begriff.

Es gibt keinen einheitlichen Standard dafür, was ein Produkt „clean“ macht. Jede Marke definiert das für sich selbst. Manche verzichten auf Sulfate oder Silikone. Andere lassen Alkohol, Parabene oder synthetische Duftstoffe weg. Einige gehen sogar so weit, alles, was nicht zu 100 % natürlich oder „chemiefrei“ ist, als schädlich oder unsicher darzustellen.

Doch Hautpflege ist nicht so schwarz-weiß. Inhaltsstoffe in Kategorien wie „clean“ oder „dirty“, „natürlich“ oder „synthetisch“ einzuteilen, vereinfacht ein sehr komplexes Thema. Und es lenkt Menschen oft von gut erforschten, leistungsstarken Optionen ab, die für ihre Haut möglicherweise die bessere Wahl wären.

Naturidentische Inhaltsstoffe – oft die klügere Wahl

Ein großer Teil der Clean-Beauty-Bewegung dreht sich um natürliche Hautpflegeprodukte. Die Idee dahinter: Pflanzliche oder natürlich gewonnene Inhaltsstoffe sind automatisch besser – sowohl für die Haut als auch für die Umwelt.

Doch viele natürliche Inhaltsstoffe haben synthetische Gegenstücke, die genauso sicher sind – und in manchen Fällen sogar nachhaltiger. Diese nennt man naturidentische Inhaltsstoffe: im Labor hergestellte Versionen von Molekülen, die in der Natur vorkommen.

Ein gutes Beispiel ist Vitamin C. Es kann aus Zitrusfrüchten gewonnen oder im Labor synthetisiert werden. Beide Formen haben die gleiche Struktur und Funktion, doch die laborgemachte Variante bietet oft eine bessere Stabilität und gleichmäßigere Ergebnisse.

Naturidentische Inhaltsstoffe bringen zudem weitere ökologische Vorteile mit sich:

  • Sie erfordern keinen Anbau oder keine Ernte – das spart Land und Wasser.
  • Ihre Stabilität verlängert die Haltbarkeit und reduziert Produktverschwendung.
  • Da sie im Labor unter kontrollierten Bedingungen hergestellt werden, enthalten sie keine Verunreinigungen, was das Risiko von Allergenen senkt.

In der Hautpflege bedeutet „synthetisch“ also nicht automatisch „künstlich“ im negativen Sinne. Sorgfältig ausgewählt und richtig formuliert, können diese Inhaltsstoffe manchmal sogar bessere Ergebnisse liefern als ihre natürlich gewonnenen Alternativen.

Ein paar mehr Gedanken dazu findest du in meinem Blogbeitrag "Warum pflanzliche Stammzellen-Extrakte aus dem Labor?“.


Konservierungsstoffe sind NICHT der Feind

Einer der häufigsten Claims in der Clean-Skincare-Welt lautet „ohne Konservierungsstoffe“ oder „parabenfreie Hautpflege“.

Das klingt nachvollziehbar: Über die Jahre haben bestimmte Konservierungsstoffe einen schlechten Ruf bekommen, oft basierend auf veralteten Studien oder falsch interpretierten Forschungsergebnissen. Dabei erfüllen sie eine unverzichtbare Aufgabe, selbst in natürlicher Hautpflege.

Konservierungsstoffe schützen Formulierungen vor Bakterien, Schimmel und Hefen. Sie sorgen dafür, dass Hautpflegeprodukte sicher, stabil und wirksam bleiben. Ohne sie könnte deine Lieblingscreme oder dein Serum schnell zur Brutstätte für Infektionen werden.

Doctor Eckstein® setzt Konservierungsstoffe dort ein, wo sie notwendig sind und nur in Mengen, die nachweislich sicher und effektiv sind. Jeder Inhaltsstoff erfüllt einen klaren Zweck, einschließlich der Aufgabe, deine Hautpflege vom ersten bis zum letzten Tropfen frisch und stabil zu halten.


Es geht nicht nur um Inhaltsstoffe, sondern auch um Dosierung und Formulierung

Ein weiteres Problem der Clean-Skincare-Kommunikation: Sie konzentriert sich zu sehr darauf, was nicht in einem Produkt enthalten ist, statt darauf, wie es formuliert wurde.
Die Art und Weise, wie ein Inhaltsstoff eingesetzt wird, ist genauso entscheidend wie der Inhaltsstoff selbst. Zwei Hautpflegeprodukte können denselben Wirkstoff enthalten und dennoch völlig unterschiedlich wirken. Warum? Weil es auf Faktoren ankommt wie:

  • die eingesetzte Konzentration
  • die übrigen Inhaltsstoffe in der Formulierung
  • pH-Wert, Wirkstofftransport und Stabilität des Produkts

Einen Inhaltsstoff wie Alkohol oder einen synthetischen Konservierungsstoff pauschal als „reizend“ oder „toxisch“ zu bezeichnen, ignoriert diese Komplexität. Ja, in hohen Konzentrationen oder schlecht formulierten Produkten können sie Trockenheit oder Irritationen verursachen. Aber in niedrigen, kontrollierten Mengen tragen sie zur besseren Aufnahme, zu einer angenehmen Textur und einer längeren Haltbarkeit bei, ohne die Hautgesundheit zu gefährden.


Die Gefahr, wissenschaftliche Studien falsch zu interpretieren

Viele Behauptungen rund um nachhaltige Hautpflege stützen sich auf Studien, die alarmierend klingen – aber nicht unbedingt widerspiegeln, wie Hautpflegeprodukte im Alltag verwendet werden.

Vielleicht haben Sie schon gelesen, dass ein Inhaltsstoff „bei Ratten Tumore verursacht“ oder „in einem Labortest Hormone beeinflusst hat“. Solche Ergebnisse mögen im ursprünglichen Kontext korrekt sein, werden jedoch häufig missverstanden oder übertrieben dargestellt.

Es gibt einige wichtige Punkte, die man dabei beachten sollte:

  • Viele Studien werden an Tieren oder isolierten Zellen durchgeführt – nicht an menschlicher Haut.
  • Die verwendeten Dosierungen liegen oft weit über dem, was in Hautpflegeprodukten enthalten ist.
  • Ein Stoff, der in extrem hohen Mengen schädlich ist, kann in kleinen, kontrollierten Mengen völlig sicher sein.

Wissenschaftliche Studien zu verstehen, erfordert Fachwissen und Kontext. Einzelne Aussagen oder Ergebnisse, ohne diesen Hintergrund herauszugreifen, führt leicht zu unnötiger Angst und Verwirrung.


„Chemiefrei“ ist ein Mythos

Lass mich mit einem weit verbreiteten Missverständnis zum Begriff „chemiefrei“ aufräumen, denn „chemiefrei“ gibt es faktisch nicht.

Wasser ist eine Chemikalie. Sauerstoff auch. Deine Haut, die Luft um dich herum und selbst natürliche Inhaltsstoffe wie Erdbeeren oder Algen bestehen aus Chemikalien.

„Chemiefreie Hautpflege“ ist ein Marketingbegriff, kein wissenschaftlicher. Er soll Sicherheit vermitteln, bedeutet aber inhaltlich nichts. Schlimmer noch: Er verstärkt die Vorstellung, dass alle Chemikalien schlecht und alle natürlichen Stoffe gut seien – was schlicht nicht stimmt.

Das Ziel ist nicht, Chemikalien zu vermeiden. Es geht darum, Hautpflegeprodukte zu wählen, die durchdacht formuliert, gründlich getestet und darauf ausgelegt sind, deine Haut bestmöglich zu unterstützen.


Wie aus dem Marketingbegriff „Clean Skincare“ ein Versprechen wird

All das heißt nicht, dass du Inhaltsstofflisten ignorieren, Nachhaltigkeit vernachlässigen oder nicht nach sicheren, umweltbewussten Optionen suchen solltest. Neugier, Bewusstsein und hohe Ansprüche sind etwas Gutes.

Clean Skincare kann durchaus einen Wert haben – vorausgesetzt, sie wird mit Integrität und Transparenz umgesetzt. Dafür müssen wir über Schlagworte hinausblicken und uns auf das konzentrieren, was ein Produkt wirklich sicher, wirksam und verantwortungsvoll macht.

Darauf solltest du achten – statt nur auf das Label „Clean“:

  • Volle Transparenz bei den Inhaltsstoffen
  • Ausgewogene und stabile Formulierungen
  • Wissenschaftlich belegte Wirksamkeit
  • Gute Herstellungspraktiken
  • Nachhaltige Rohstoffgewinnung und Verpackung
  • Unabhängige Prüfungen durch Dritte

Bei Doctor Eckstein® entwickeln wir unsere Formulierungen im eigenen Haus, gestützt auf jahrzehntelange Forschung – und basierend auf Transparenz, Qualität und Nachhaltigkeit. Wir verstehen Clean Beauty so, wie sie sein sollte: mit Wissenschaft, Sorgfalt und echtem Respekt für deine Haut.


„Clean“ ist nicht immer klar definiert

Einerseits hat die Clean-Skincare-Bewegung dazu beigetragen, die Beauty-Branche transparenter und verantwortungsbewusster zu machen. Andererseits hat sie die Grenze zwischen Werbung und Fakten verwischt.

Wenn „Clean Skincare“ zum Synonym für „besser“ oder „sicherer“ wird, besteht die Gefahr, dass Marketingbegriffe unser Denken übernehmen. Genau hier entsteht Greenwashing und führt dazu, dass gutmeinende Verbraucher*innen glauben, sie treffen gesündere Entscheidungen, obwohl das Label oft nicht die ganze Wahrheit verrät.

Das nächste Mal, wenn du zu einem Produkt greifst, das mit „parabenfrei“ oder „chemiefrei“ wirbt, nimm dir einen Moment Zeit, und schau genauer nach. Scheue dich nicht, die Inhaltsstoffliste zu prüfen, Fragen zu stellen und auf dieser Basis Produkte zu wählen, die wirklich zu deiner Haut passen.

Doctor Eckstein® bietet professionelle Formulierungen, die Sicherheit, Leistung und Nachhaltigkeit in Einklang bringen. Wenn du unsicher bist, kontaktiere uns, um herauszufinden, was am besten zu deiner Haut passt.

Deine Verena Eckstein


Quellen und wissenschaftliche Literatur: 

Halla, N. et al. (2018). Cosmetics Preservation: A Review on Present Strategies. Molecules, 23(7):1571. DOI: 10.3390/molecules23071571 I NRDC (2023). What Is Greenwashing? https://www.nrdc.org/stories/what-greenwashing (Abgerufen: 15 Jan. 2026)